Am Dienstag, 2. Juni 2026:
La Sarraz - Tine de Conflens mit Wasserfall - Romainmôtier (W3+)
Die lange Reise lohnt sich wegen der traumhaft schönen und abwechslungsreichen Wanderung in einer uns nicht so bekannten Gegend.
Nach dem frühen Start haben wir im Zug ausreichend Zeit für Gespräche, aber auch um uns noch etwas auszuruhen. Wem die Kaffeepause in La Sarraz um 10.30 Uhr zu spät ist, kann sich am Kiosk Schwerzenbach noch mit dem Nötigsten eindecken.
Nach der (zweiten?) Stärkung in La Sarraz durchqueren wir das alte Städtchen mit Schloss und schönen Häuserzeilen, bevor wir uns aufmachen, den romantischen Ort Tine de Conflens mit Wasserfall zu erkunden, eine fast märchenhaft‐schöne Kulisse mit Naturschauspiel. Im Sommer ist es am Zusammenfluss der Venoge mit dem Veyron angenehm kühl.
Die weitere Route ist teils gut beschattet, aber phasenweise auch der Sonne ausgesetzt (Sonnenschutz sinnvoll). Meist sind wir auf schönen Naturwegen unterwegs und treffen sogar auf urwaldartige Szenerien mit Baumhindernissen, die zu über‐ oder unterqueren sind (Naturwald). Es sind immer wieder Stufen unterschiedlicher Höhe zu bewältigen, wobei manchmal ein Geländer hilft. Einzelne Stellen können infolge Bemoosung feucht‐matschig sein. Stöcke sind angesichts steinig‐rutschiger und feuchter Stellen zwingend, einmal überqueren wir sogar einen kleinen Bach ohne Brücke. Die Anforderungen der Wanderung entsprechen W3, aber die Wegqualität im Naturwald mit Bäumen über dem Weg erfordert etwas mehr Beweglichkeit, deshalb W3+. Es handelt sich also nicht um eine strengere Wanderung.
Für das Mittagessen aus dem Rucksack ohne Lagerfeuer stehen leider keine üblichen Sitzgelegenheiten zur Verfügung, also besser ein Sitzkissen mitbringen (Absitz‐ und v.‐a. Aufstehhilfe ist garantiert).
Nach dem Mittagessen führt uns der Weg durch Wald und über Wiesen ins Dorf Ferreyres mit seinen behäbigen Waadtländer Häusern. Über ein Plateau gelangen wir zum nächsten Wald – kaum sichtbar ist der Einstieg ins Vallée d'Engens, wo uns ein wunderbarer Naturwald erwartet. Ein schmaler Bach schlängelt sich Richtung Fluss Nozon, hier ist das Terrain oft feucht. Anschliessend geht es entlang dem tief eingeschnittenen Nozon leicht aufwärts, bald sind wir links, bald rechts des Wassers.
Nach der Cascade du Dard erreichen wir in stetem Aufstieg den Rand von Croy, das wir aber nur streifen, um die letzte, sehr reizvolle Strecke nach Romainmôtier zu geniessen, auf der man sich fast wie auf Madeira fühlen kann: Romantik pur.
Am Schluss grüsst uns der Turm der Stiftskirche und erinnert daran, dass wir bald in die grossartige Anlage des ältesten Klosters auf Schweizer Boden einziehen werden, einem kulturhistorischen Höhepunkt, den man einfach erlebt haben sollte.